Historie

Hamburger Schleppjagd-Verein e.V.

Gut Schnede
21444 Vierhöfen 

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(aktualisiert per 04/2014)


Zurückgehend auf Anfänge im Jahre 1866 und mit der Übernahme der Harrier-Hasen-Meute von König Georg V. aus Hannover wurde 1886 von Offizieren des Husarenregiments 15 der Hamburg-Wandsbeker Schleppjagd-Verein gegründet. Nachdem dieser über den ersten Weltkrieg und die Nachkriegsjahre hinaus nicht gehalten werden konnte, wurde 1923 der Hamburger Schleppjagd-Verein gegründet. Zu den Gründern gehörten zahlreiche frühere Mitglieder und Aktive des Hamburg-Wandsbeker Schleppjagd-Vereins, so dass Kontinuität gewahrt wurde.

Hauptmann a. D. Georg Skowronski (17.10.1890–14.09.1971) war von der Gründung bis einschließlich der Saison 1933, als er nach Berlin übersiedelte, der erste Master des neuen Vereins und zugleich auch die treibende Kraft für den Aufbau einer eigenen Meute, das tägliche Hundebewegen und bei der Vorbereitung und Durchführung der Jagden. 

Von 1933 bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges war der Reeder Eberhard Thost Master (1896–1990). Ab 1935 vereinigte er die Position des Masters mit der des ersten Vorsitzenden. Es gelang ihm, drohenden Eingriffen durch die damaligen Machthaber zu entgehen, in dem er Meute und Verein unter den Schutz der Wehrmacht stellte, deren Offiziere in nicht unbeträchtlicher Zahl als Teilnehmer im Jagdfeld aktiv waren. Dank dieser Hilfe „überlebte“ der Jagdstall in Wiemerskamp und der Verein als solcher sowie ein kleiner Teil der Meute mit dem Huntsman Walter Schwebke auch den zweiten Weltkrieg. Wegen der fehlenden Futterbasis wurden die letzten Hunde im Mai 1945 dann den Engländern übergeben. 

Nach dem Kriege fand 1946 die erste Mitgliederversammlung des Vereins statt, und bereits im Jahre 1947 wurde in der Nähe des Jagdstalls die erste Hubertusjagd geritten. Erster Vorsitzender und Präsident wurde Dr. Alexander Schön (07.07.1894–01.04.1976), der zielstrebig den Wiederaufbau der Meute, unterstützt von dem Huntsman (prof.) Walter Schwebke (1934–1965), verfolgte und den Verein bis 1965 leitete. 1948 wurde Robert Sauber zum Master bestellt. Ihm folgte von 1952–1955 Hans Domke. 

1965 wurde SH Manfred Prinz zu Bentheim und Steinfurt (31.07.1918–18.12.1985) Präsident und blieb es bis zu seinem Tode.

Die Ära Hans Giele begann 1956 mit seiner Mastership und den Huntsmen Günter Eggers (1965–1970), Kunihiro Ohta (1970), Wilfried Ebel (1971–1972), der dann bis 2003 beim RWS tätig war und Karl-Heinz Hoffmann (1973–1987).

Auf die Initiative von Hans Giele als Master des Hamburger Schleppjagd-Vereins gehen einige wichtige Neuerungen zurück, durch die die Jagdreiterei in der Nachkriegszeit wesentlich beeinflusst wurde. Um beim Wiederaufbau der Meuten kurzfristig wieder einen hohen Zuchtstandard zu erreichen, wurden Meute-Vergleichsschauen veranstaltet, zu denen schon früh auch Richter und Experten von den britischen Inseln herangezogen wurden. Auch über die Zusammensetzung der Jagdfelder und die Gewinnung aktiver Jagdreiter machte man sich in Hamburg frühzeitig Gedanken. Nachdem die Angehörigen der Truppen ausfielen, die bis in den zweiten Weltkrieg hinein zahlenmäßig einen wichtigen Beitrag gestellt hatten und viele jüngere Reiter den Weg in den Leistungssport suchten, galt es eine breitere Basis zu finden. Die Einteilung in zwei oder drei Jagdfelder wurde eingeführt, um unerfahrene Reiter oder Reiter mit jungen Pferden an die Jagdreiterei heranzuführen. Das erste Feld nimmt dabei die normalen Hochsprünge, das zweite Feld Hochsprünge mit herabgesetzten Überstangen und das dritte Feld reitet über Boden wie gewachsen, also lediglich Naturhindernisse, wie Knicks, Gräben usw. Bei Bedarf wird seitdem auch ein Ponyfeld mitgeführt. Eingeführt wurden zudem Jagden außerhalb der eigentlichen Saison (von Anfang August bis Mitte November), die ganzjährig ein- bis zweimal monatlich – auch unter extrem winterlicher Witterung – stattfinden, um Mitglieder und Freunde mit ihren Huntern hinter der Meute ihrer Passion nachgehen zu lassen und das Brauchtum und die praktizierten Jagdregeln des HSJV zu bewahren. 

Die Veränderungen in der Landwirtschaft – zum Teil durch die Abschaffung der Rinderbestände und des Weidebetriebes zum Teil durch fortschreitende Technisierung und das sofortige Umbrechen und Neubestellen der Felder – stellen hohe Anforderungen an die Vorbereitung und Terminplanung und erfordern eine entsprechende Beweglichkeit. Durch intensive Pflege der Kontakte zu Landeignern und Forstverwaltungen sowie zu einigen ländlichen Reitervereinen konnten neue Jagdgebiete erschlossen und alte, fast schon verloren gegangene wieder gewonnen werden. 

Nach 29 Jahren erklärte Master Hans Giele 1983 seinen Rücktritt und wurde zum Ehrenmaster ernannt. Sein Nachfolger wurde Jürgen Schumann.

1986 übernahm der Ehrenmaster Hans Giele, der als Master schon seit 1965 auch Vorsitzender der „Fachgruppe Jagdreiter im DRFV“ war und heute deren Ehrenvorsitzender ist, bis 1998 das Amt des Präsidenten (1. Vorsitzenden) des HSJV.

Master Jürgen Schumann führte von 1983 bis 1993 die Meute mit seinem Huntsman Karl-Heinz Hoffmann (bis 1987), Peter Martens (1988-1993) und übergab die Mastership 1994 an Ernst-Günther Voigtländer, der 1998 auch noch in Doppelfunktion das Amt des 1. Vorsitzenden ausüben „musste“.

Die Kennelanlage Wiemerskamp in Hamburg musste 1995 aufgegeben werden. Auf Gut Schnede in Vierhöfen/Nordheide entstand der neue Kennel mit einem 6 ha Auslauf- und Trainingsgelände. Master, Huntsman und einige Mitglieder der Equipage wohnen heute in unmittelbarer Nähe auf dem Gut. Schwerpunkte der Arbeit im Kennel sind die tägliche Versorgung, Pflege, Auslauf und Training der ca. 60 Foxhounds mit dem Ziel, 15 bis 20 jagdfähige Koppeln ständig einsatzfähig zu halten. Dazu ist Zucht, Aufzucht, Ausbildung und Training von Junghunden erforderlich.

Kurt Kirchner übernahm 1999 den Vorsitz und somit die Präsidentschaft bis 2005. Ihm folgte Gösta R. J. Schaper. Von 2002 bis 2011 führte Master Dieter Backasch die Meute. Schon seit 1994 war seine Ehefrau Dorothée Kennel-Huntsman. Sie wurde 2012 von Heiko Lindner als berittener Huntsman abgelöst. 2012 führte Vizemaster Dorian H. Tackenberg für neun Monate als Master die Meute. 2013 wurde Jens Möllering, der schon 2012 als Acting Master die Meute führte, die Mastership angetragen, die er heute mit seiner Equipage und Huntsman Heiko Lindner erfolgreich ausübt. 

In der Mitgliederversammlung 2014 wurde eine inhaltliche Neufassung der Satzung beschlossen und der aktuelle Vorstand für die Wahlperiode 2014 bis 2017 gewählt.

In der neuen Satzung werden die Kompetenzen von Mitgliederversammlung, Vorstand, Beirat und Master entsprechend der seit dem Jahr 2013 gepflegten und erfolgreichen Arbeit präzisiert. Mitglieder des neu geschaffenen Ehrenrates sind Mitglieder des Vereins, die sich in langjähriger Tätigkeit besondere Verdienste um den Verein erworben haben. Der Ehrenrat übernimmt die Aufgabe, Streitfälle zwischen Vorstand und Mitgliedern oder auch Mitgliedern untereinander zu schlichten und Verstöße der Mitglieder gegen die Vereinssatzung, Vereinsordnungen oder Vereinsinteressen zu ahnden. Die Mitglieder des ebenfalls neu geschaffenen Beirates unterstützen den Vorstand als Gremium mit einem Höchstmaß an Kompetenzen in allen Angelegenheiten des Vereins, die an den Beirat herangetragen oder von ihm aufgenommen werden. Die Position des Masters wird gestärkt. Er ist allein verantwortlich für den Jagdbetrieb, die Vorstellung der Meute und ist der Repräsentant des Vereins bei den Meets. 

Der Vorstand setzt sich aktuell wie folgt zusammen: 

Vorsitzender: Ulrich C. Deus 
Schriftführer und Stellv. Vorsitzender: Jens Möllering MFH 
Schatzmeister: Jochen Fischer 

Heute veranstaltet der HSJV auf Einladung seiner Jagdpaten – überwiegend in Norddeutschland – ca. 40 Meets mit unterschiedlichen sportlichen Anforderungen pro Jahr. Aktuelle Jagdgebiete sind z. B.: Böttcher Hof Ehlbeck, Forstgut Rehrhof, Gut Basthorst, Gut Kleefeld, Gut Rohlfshagen, Gut Steinhorst, Hof Sudermühlen, Schloss Wotersen, Untergut Grabow, Forellenhof Jesteburg und Umgebung, Bötersen, Rittergut Schnellenberg, Einemhof, Brokstedt, Toppenstedt, Brochterbeck

Zur Meutearbeit wird gebeten, um Junghunde einzujagen. Das Meet ist mehr ein jagdlicher Ausritt und sehr zu empfehlen, um junge Pferde an den Jagdablauf und das Galoppieren im Feld zu gewöhnen. Für Neueinsteiger eine gute Gelegenheit, erste Erfahrungen zu sammeln. Soweit einladende, der Landschaft angepasste Hindernisse vorhanden sind, wird nach Absprache auch gesprungen.

Schleppjagden stellen leichte, mittelschwere oder sportliche Anforderungen an „Ross und Reiter“. Entsprechende Hinweise enthalten die Einladungen zu den Meets, die als Rundschreiben an die Mitglieder und Freunde des HSJV verschickt werden. Dem 1. Feld, das alle Hindernisse springt, folgt das 2. Feld, das ohne Hindernisse über Boden wie gewachsen reitet und von einem erfahrenen Jagdreiter geführt wird.

Zu den weiteren sportlichen Aktivitäten des Hamburger Schleppjagd-Vereins gehören im Frühjahr die Durchführung von Lehrgängen und Geländeritte mit Einzel- und Gruppen-Geländeprüfungen sowie in der Saison auch die Durchführung einer Damenjagd. Im Anschluss an die Damenjagd wird seit 1953 ein Flachrennen um den Penthesilea-Cup ausgetragen. In einer gesonderten Veranstaltung werden seit 1934 Point to Point Rennen („Open Race“ und „Fraser-Cup“) über eine 3.000–5.000 m Jagdstrecke mit ca. 20 Hindernissen – zum Teil mit sehr sportlichen Anforderungen – sowie bei Bedarf auch Pony-Rennen in der Flachklasse durchgeführt.

Seit 2003 finden jährlich Triple Meets statt. Die Master der Meuten des HSJV, der Niedersachsen-Meute und des Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdvereins führen im Frühjahr ihre Meuten im Rahmen eines Drei-Meute-Treffens zusammen, um dann gemeinsam mit ca. 50 Koppeln zu jagen. Teilnahmeberechtigt sind nur Vereinsmitglieder und Gäste auf besondere Einladung.

Der Verein gibt jährlich sein Almanach heraus, das Grüne Heft, in dem jeweils das Protokoll der Mitgliederversammlung, ein aktueller Bericht über den Stand der Meute, die sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten und die Mitgliederliste aufgeführt sind.
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